hastedt
Musikedition - Bremen


Branka Musulin (1917-1975)
Klavier
Die Frankfurter Jahre
Konzerte

CD 1

Ludwig van Beethoven (1770 –1827)
Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli op. 120
(50:02)

Ihre letzten Aufnahmen | Her last recordings 1973/1974 :
Alexander Skrjabin (1872 –1915) | Deux Poèmes op. 32  4:28
Andante cantabile
Allegro, con eleganza, con fiducia

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 –1847) | Variationen B-Dur op. 83  8:12

Alexander Skrjabin | Sonate Nr. 4 op. 30  7:59
Andante (attaca)  
Prestissimo volando
Produktionen des Hessischen Rundfunks, Frankfurt am Main

CD 2

I. Maurice Ravel (1875 –1937) | Konzert für Klavier und Orchester G-Dur  22:40
Allegramente
Adagio assai
Presto
Berliner Symphoniker | Dirigent: Wilhelm Schüchter

II. César Franck (1822 –1890) | Sinfonische Variationen für Klavier und Orchester 15:58
Bamberger Symphoniker | Dirigent: Heinz Wallberg

III. Frédéric Chopin (1810 –1849) | Konzert für Klavier und Orchester f-Moll op.21 31:00
Maestoso
Larghetto
Allegro vivace
Berliner Symphoniker | Dirigent: Wilhelm Schüchter (I–III recorded ca. 1964)



ht 6611 - Doppel-CD

Zum vierzigsten Todestag von Branka Musulin will hastedt Musikedition mit dieser Doppel-CD mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen (Beethoven, Mendelssohn und Skrjabin) und ihren schönsten Plattenaufnahmen (Ravel, Franck und Chopin) aus den sechziger Jahren an diese bedeutende Pianistin des zwanzigsten Jahrhunderts erinnern.
Branka Musulin (1917-1975)
Klavier
Konzerte

I. Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester D-dur KV 451
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Leitung Hans Müller-Kray
(23:42)

II. Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester d-moll KV 466
Leitung Hans Müller-Kray
(31:10)

III. Frédéric Chopin
Variationen über "Là ci darem la mano" aus Mozarts
Don Giovanni B-dur op.2 für Klavier und Orchester
Leitung Helmut Wessel-Therhorn
(18:23)


ht 6604

"Erinnerung an eine große Pianistin" 

betitelt Peter T. Köster im Februarheft (2013) von FONO FORUM seinen zweiseitigen Artikel:

..."Hier erleben wir das Spiel von Branka Musulin in reinster Ausprägung: die unprätentiöse Natürlichkeit der Phrasierung, den ebenso klaren wie nuancierten Anschlag, die perlenden, glitzernden Läufe bei Mozart, den instrumentalen Belcanto und das subtile Rubato bei Chopin - das alles getragen von strengem Formbewußtsein und dem Bestreben, den geistig-sinnlichen Ideengehalt eines Werkes aufzuspüren....sei allen Freunden der großen Pianistin und allen an der Geschichte des Klavierspiels im 20. Jahrhundert interessierten Sammlern die vorliegende Veröffentlichung wärmstens empfohlen!"

Biografische Daten

Branka Musulin wurde am 6. August 1917 (und nicht 1920, wie es in den meisten Lexika steht) in Zagreb geboren. Sie fiel schon als Kind durch ihren Drang zum Klavier und ihr Improvisationstalent auf. Bereits als Neunjährige trat sie erstmals öffentlich auf und als Dreizehnjährige begann eine Ausbildung bei dem Pianisten Svetislav Stancic. Nach Konzertdiplom und dem Abitur ging sie nach Paris, um dort bei Alfred Cortot und Yvonne Lefébure zu studieren, danach zu Max von Pauer nach Württemberg und zu Alfredo Casella nach Rom. Ab Ende der vierziger Jahre konzertierte sie in zunehmendem Maße mit Soloabenden oder als Solistin mit Dirigenten wie Celibidache, Keilberth oder Konwitschny, die sie oft einluden. 1958 übernahm sie eine Klavierdozentur an der Musikhochschule Frankfurt/Main und wurde etwas später zur Professorin berufen.


Branka Musulin hatte in ihrer Zeit als Konzertpianistin eine große Hörergemeinde, sowohl in Europa, besonders in Deutschland, aber auch in Japan um sich geschart. Und dies war nicht nur ihrem Charisma geschuldet, sondern vor allem dem leuchtenden musikalischen Ernst, den sie für die vorgetragenen Werke verwandte, der neben der immer makellosen Technik zugleich die profunde Durchdringung des kompositorischen Gehalts offenbarte und nicht zuletzt die Seele des erklingenden Musikstücks offenlegte.


Als sie, erst siebenundfünfzigjährig, am 1. Januar 1975 starb, wurde es recht bald still um sie, was vor allem an der, rückwirkend betrachtet, eher lustlosen Propagierung durch ihre Schallplattenfirma schon zu ihren Lebzeiten lag und nach ihrem Ableben dann ganz versiegte. Der Schatz ihrer Platteneinspielungen wurde dann folglich in der beginnenden CD-Ära auch nicht mehr gehoben.


Doch parallel zu ihrer Discographie hat Musulin über zweieinhalb Jahrzehnte an den Rundfunkanstalten ein weitaus breiteres Repertoire dokumentiert, als ihre Platteneinspielungen vermuten lassen. Und entlang dieses Repertoires und den zugehörigen Aufnahmedaten ließe sich die Geschichte einer entdeckenden, einer Herausforderungen sich stellenden, einer suchenden, einer gründlichst vorbereiteten, kurz: einer Ausnahmepianistin darstellen. 

Ihr Name: BRANKA MUSULIN, er sollte nicht vergessen sein.

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